Windkraft und Artenschutz geht auch gemeinsam

Windkraftgegner haben ein neues Lieblingstier: Die Fledermaus. Doch um echten Artenschutz geht es den Aktivisten kaum. Für sie sind die geschützten Tiere lediglich ein Mittel, um unter dem Deckmantel des Artenschutzes Windräder zu verhindern. Doch es geht auch anders. Mit Forschung und gutem Willen können Fledermäuse geschützt werden und Windräder umweltfreundlichen Strom produzieren.

Verhalten verstehen
Mittlerweile liegen nämlich Aufzeichnungen vor, wann genau die nachtaktiven Tiere sich überhaupt den Windräder nähern. Die Datenerfassung erfolgt durch Feldbeobachtungen und durch technische Anlagen. Zu diesen gehören Fledermausdetektoren, Radaranlagen und Kamerasysteme. Viele Windparkbetreiber montieren seit Jahren Aufzeichnungsgeräte an den Windmühlen. Ultraschalldetektoren messen computergestützt den artentypischen Schall. Sie können sogar, einzelne Fledermausarten durch ihre verschiedenen Schallfrequenzen unterscheiden– wie Singvogelarten an ihrem Gesang. Dabei wird eins deutlich: Wenn die Fledermaus in schwülen, lauen Sommernächten aktiv ist, können die Rotoren problemlos ruhen. In windstarken, kühlen Nächten bleiben die Nachtsegler in der Regel den Windrädern  fern. Denn es fliegen dann auch keine Insekten, die Nahrungsquelle der Fledermäuse.

Forschung gegen Ideologie
Die ersten Lernjahre sind vorbei. Gerade in Regionen mit einer hohen Windraddichte sind die Erfahrungen zunehmend positiv. Dank der ständigen Beobachtung und entsprechender Gegenmaßnahmen sind die Zahlen getöteter Tiere stark rückgängig: Bei gleicher Aktivität der Tiere, wie die Schallaufzeichnungen verdeutlichen. Fledermausforscher erklären dies auch mit Lerneffekten bei den einzelnen Populationen.
Je mehr also das Wissen über die Fledermäuse einer bestimmten Region steigt, desto mehr Möglichkeiten zum Schutz der Tiere gibt es. Viele Windparkbetreiber setzen freiwillig auf die Detektoren, und dank hochentwickelter Technik  stehen die Rotoren dann still, wenn die Fledermäuse schwirren. Das Ganze ist in vielen Windparks erprobt und funktioniert bei  Fledermäusen aber auch bei Zugvögeln.  Tote Tiere sind kein Imageträger – das sehen nahezu alle Windparkbetreiber so und nehmen den Artenschutz deshalb ernst.
Deswegen ist es ratsam, in neue Richtungen zu denken: Artenschutz ist kein Ausschlusskriterium für Windkraft. Gemeinsam gilt es Lösungen zu finden, wie umweltfreundlicher Windstrom mit den Belangen von Fledermäusen und Greifvögeln in Einklang zu bringen ist. Fakt ist: Es geht, man muss nur Wollen.

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